Triin Luhats: Zeitlose Schönheit ist nicht die Abwesenheit von Alter. Sie ist Frieden mit sich selbst
Liisa TrisbergShare
Triin Luhats spricht im Interview mit Magrada offen über natürliche Schönheit, das Älterwerden, das Muttersein und darüber, was ein gut gelebtes Leben für sie bedeutet. Wir sprechen über tägliche Schönheitsrituale, die Pflege der eigenen Person und darüber, warum zeitlose Schönheit für sie weder Perfektion noch die Abwesenheit von Alter bedeutet, sondern Frieden mit sich selbst.
Was ist für dich in deinem heutigen Lebensabschnitt die einfachste und ehrlichste Definition von Glück? Hat sich dein Verständnis von Glück über die Jahre verändert?
Mit zwanzig dachte ich, Glück ist, wenn ständig etwas passiert. Mit dreißig wiederum, wenn alles unter Kontrolle ist. Heute scheint mir, dass Glück vielmehr das ist: wenn man sich nicht mehr verausgaben muss.
Das Glück liegt in der Einfachheit. Glück ist, wenn du selbst und deine Liebsten gesund sind. Glück ist, wenn du Zeit hast. Glück ist, wenn du am Abend spürst, dass du diesen Tag wirklich gelebt hast – und nicht einfach nur durch ihn hindurchgerannt bist.
Welche täglichen Rituale helfen dir, Balance und Zufriedenheit zu spüren?
Ich liebe die ganz frühen Morgenstunden, wenn die übrige Welt noch schläft und ich diese Minuten und Stunden nur für mich allein habe. Und na ja, mit dem Vogelgesang um halb vier – in der Sprache des Vogelgesangs habe ich wahrscheinlich schon den schwarzen Gürtel.
Außerdem brauche ich immer ein richtig gutes, hochwertiges Frühstück, eine kalt-warme Wechseldusche, tägliche Bewegung, frische Luft und die Berührung der Natur, die Umarmungen meiner Kinder und die morgendliche „Ich liebe dich“-Zeit mit ihren Worten. Täglich auch gute Bücher und bezaubernde Düfte um mich herum. Echte Gespräche und echtes Zusammensein mit Menschen, die mir lieb und spannend sind. Zeit am Meer und im Meer.
Und ich glaube daran, dass in der Hautpflege Beständigkeit entscheidend ist – Reinigung und Feuchtigkeitspflege. Und wenn möglich, brauche ich ab und zu ein wenig Stille. Davon gibt es heutzutage luxuriös wenig.
Was bedeutet für dich ein gut gelebtes Leben?
Das ist ein Leben, über das man später nicht sagen muss: „Ich hätte …“
Ein gut gelebtes Leben bedeutet nicht, dass alles nach einem bestimmten Plan verläuft. Eher, dass man den Mut hatte, Entscheidungen zu treffen, die die eigenen waren – und nicht die von jemand anderem. Und dass man genug Neugier hatte, dieses „eigene Leben“ zu leben und nicht nur von außen zuzuschauen.

Bei Magrada sprechen wir oft über Zeitlosigkeit und natürliche Schönheit. Was bedeutet zeitlose Schönheit für dich?
Mich haben schon immer Menschen fasziniert, in deren Gesicht das Leben zu sehen ist. Ein bisschen Lachen, ein paar schlaflose Nächte, ein bisschen Sonne.
Nicht alles muss glatt sein. Manche Falte erzählt mehr über einen Menschen als der teuerste Gegenstand oder das gewählteste Wort. Zeitlose Schönheit ist nicht die Abwesenheit von Alter. Sie ist Frieden mit sich selbst.
Hast du das Gefühl, dass sich die Haltung der Gesellschaft zu Schönheit und zum Älterwerden in den letzten Jahren verändert hat? Wie ist deine eigene Einstellung zum Älterwerden?
Ich glaube, es geschehen gerade zwei völlig gegensätzliche Dinge gleichzeitig. Einerseits wird viel mehr darüber gesprochen, dass Älterwerden natürlich ist. Andererseits hatten wir noch nie so viele Möglichkeiten, es sozusagen zu verbergen.
Ich persönlich möchte nicht gegen etwas kämpfen, das ohnehin gewinnt. Und älter werden wir sowieso alle.
Mit zunehmendem Alter ist bei mir etwas viel Interessanteres geschehen: Es ist mir immer weniger wichtig, ob das, wer ich bin, was ich tue, wie ich denke oder wie ich aussehe, allen gefällt.
Und das ist ein sehr befreiendes Gefühl.

Was sind deine wichtigsten Schönheitsroutinen, ohne die es nicht geht?
Humor, ein optimistisches Gemüt und ein Lächeln. Immer.
Ernsthafter gesagt aber: hochwertiger Treibstoff, also das, was man seinem Körper zuführt – die Ernährung. Und äußerlich die tägliche Dusche, Reinigung, Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz (SPF). Immer. Unabhängig von der Jahreszeit.
Und Bewegung – mein Körper braucht sie, ich brauche sie, jeden Tag. Guter Schlaf ist ebenfalls wichtig, wenn das Leben es zulässt. Mit dem Schlaf steht es bei mir leider nicht zum Besten.
Der Rest ist eher Beständigkeit als irgendein Wunderprodukt.
Wie hütest und nährst du deinen Körper und deinen Geist?
Ich versuche, meinen Körper wie einen Verbündeten zu behandeln – nicht wie ein Projekt, das ständig verbessert werden muss.
Ich bewege mich sehr viel, esse meist frische und hochwertige Lebensmittel, liebe ein gutes Frühstück und glaube, dass Gesundheit nicht aus einem einzigen Superfood entsteht, sondern aus Hunderten kleiner Entscheidungen.
Für den Geist sind Zeit und ein gutes Verhältnis zu sich selbst am wichtigsten, die Menschen um mich herum, gute Gespräche, Bücher und Neugier.
Wenn die Neugier verschwindet, beginnt ein Mensch schnell zu altern und abzubauen. Leider.
Welche Produkte aus dem Magrada-Sortiment haben dein Herz erobert?
Bei Magrada haben sich bei mir ganz feste Favoriten herausgebildet.
Das Lindenblüten-Shampoo und der Lindenblüten-Conditioner sind die, zu denen ich immer wieder zurückkehre. Sie duften genau wie der estnische Sommer – dieser Moment, wenn die Linden blühen und die Luft am Abend warm ist.
Mir gefällt, dass die Haare weich, glatt und glänzend bleiben, aber nicht beschwert. Und na ja, bei uns in der Familie haben die Mädchen sehr, sehr viel Haar – da wird von diesem Shampoo und Conditioner so einiges gebraucht.
Mein zweiter großer Favorit sind die Raumdüfte von Magrada. Ich kaufe sie nicht, damit das Zimmer duftet, sondern damit das Zuhause seine eigene Stimmung hat. Der Magrada Raumduft „Mild“ mit Lavendel, Grapefruit und Wacholder ist genau so ein Duft. Der Duft meines Zuhauses. Ein Zuhause muss für mich nicht wie eine Parfümerie duften, sondern wie ein Ort, an den man immer gern zurückkommt.
Und Lavendel, meine große Liebe! Lavendelprodukte sind für mich mehr Rituale als Kosmetik. Ein kleines Zeichen an mich selbst, dass ich mir jetzt kurz eine Auszeit nehmen darf.
Was ist dein Geheimtipp, um Lebensfreude und Schönheit zu bewahren – unabhängig von einem schweren Tag und schlechter Laune?
Ich habe wohl nicht direkt so einen Geheimtipp, sondern eher eine Denkweise: Okay, in unserem Leben gibt es auch schlechte Tage, und die dürfen auch schlecht sein.
Ein schlechter Tag bedeutet kein schlechtes Leben – und die Sonne geht morgen sowieso auf.
Jeder neue Tag bringt neue Möglichkeiten, und ich habe jeden Morgen einen Moment, in dem ich mit Neugier und Vorfreude daran denke, was der neue Tag bringt. Jeden Abend denke ich wiederum darüber nach, wofür ich an diesem Tag dankbar bin.
Und Humor hilft mehr, als wir manchmal vielleicht zugeben möchten.
Wie hat dich das Muttersein als Mensch verändert und was hat es dich über dich selbst gelehrt?
Das Muttersein hat mich mehr über mich selbst gelehrt als jede Arbeit, jede Fortbildung oder jedes Buch. Es hat mich ziemlich schnell begreifen lassen, dass man nicht alles kontrollieren kann. Und das ist für einen Menschen, der gern organisiert und Dinge löst, eine ziemlich gute Lektion gewesen.
Am meisten hat mich das Muttersein gelehrt, präsent zu sein.
Kinder erinnern sich nicht daran, wie viele Projekte du abgeschlossen oder wie viele Auszeichnungen du gewonnen hast. Sie erinnern sich daran, dass du da warst.
Das größte Geschenk war die Möglichkeit, die Welt noch einmal durch die Augen der Kinder zu betrachten. Sie erinnern mich jeden Tag daran, dass das Leben nicht nur aus Zielen und Aufgaben besteht.
Manchmal genügt es, eine Sandburg zu bauen, Margeriten zu pflücken oder über etwas zu lachen, das einem Erwachsenen völlig unbedeutend erscheint.
Und noch etwas hat mich das Muttersein gelehrt: Ich sage meinen Kindern jeden Tag, dass ich sie liebe. Nicht, weil sie es nicht wüssten, sondern weil man Kinder nie zu viel lieben kann – und das eines der Dinge ist, die man nie zu oft sagen kann.
Welche Werte möchtest du deinen Kindern am wichtigsten mit auf den Weg geben?
Dass sie gute Menschen sind. Immer.
Dass sie den Mut haben, mit dem eigenen Kopf zu denken, dass es nie zu spät ist zu lernen, und dass ihnen immer der Humor und die Neugier auf das Leben erhalten bleiben – unabhängig von Zeit, Ort und Alter.
Dass sie für sich selbst einstehen können, ohne jemand anderen schlechtzumachen. Dass sie ihren Selbstwert als Frau und als Mensch nicht darauf aufbauen, wie sie aussehen, wie alt sie sind, wie viel Geld sie haben oder wie viele Menschen ihnen gerade applaudieren.
Dass es okay ist, anders zu sein, sich abzuheben – bei dir selbst genauso wie bei den anderen.
Was würdest du jungen Frauen sagen – wie findet man seinen Weg und sein Glück und bleibt immer strahlend schön?
Ich würde das „immer“ aus diesem Satz streichen. Niemand strahlt die ganze Zeit. Und das muss auch niemand. Um den eigenen Weg zu finden, muss man nicht die Lauteste oder die Sichtbarste sein. Vielmehr sollte man lernen zu unterscheiden, welche Stimme die eigene ist – und welche einfach nur sehr laut.
Und Schönheit … Schönheit ist keine Belohnung dafür, dass man brav gewesen ist.
Schön ist ein Mensch, der in Harmonie ist, der inspiriert, der sich in seiner Haut wohlfühlt.
Es gibt zwei Dinge, die man nicht hinzukaufen oder nachbestellen kann – das sind Gesundheit und Zeit. Wähle deshalb sorgfältig, für wen und wofür du sie einsetzt. Und wenn dir jemand seine Zeit schenkt, dann wisse: Das ist das wertvollste Geschenk, das ein Mensch einem anderen machen kann.
Und Neugier ist die größte Inspiration und die größte Antriebskraft.
Dieses Interview führte Liisa Trisberg. Es erschien im Original auf Estnisch im Blog von MAGRADA Organic Cosmetics: „Triin Luhats: Ajatu ilu ei ole vanuse puudumine. See on rahu iseendaga“. Deutsche Übersetzung: LACARLA.