INCI, Bio-Siegel & Co.: Was die Zeichen auf Ihrer Kosmetik wirklich bedeuten
Franziska FalkensteinShare
Sie lesen die Zutatenliste auf Ihrer Lieblingslotion - und verstehen kein einziges Wort. Aqua, Glycerin, Cetearyl Alcohol… Was steckt wirklich drin? Und was bedeuten die kleinen Symbole auf der Verpackung? Wer bewusst Kosmetik kaufen möchte, kommt um die INCI-Liste nicht herum. Mit diesem Leitfaden verstehen Sie sie - und wissen beim nächsten Kauf genau, was Sie in Händen halten.
Was ist die INCI-Liste?
INCI steht für International Nomenclature of Cosmetic Ingredients — ein international einheitliches System zur Benennung von Kosmetikinhaltsstoffen. In der EU ist die Angabe der INCI-Liste auf allen Kosmetikprodukten gesetzlich vorgeschrieben. Das Ziel: Transparenz und Vergleichbarkeit, unabhängig davon, in welchem Land das Produkt hergestellt oder verkauft wird.
Pflanzliche Inhaltsstoffe werden in der INCI-Liste meist auf Lateinisch angegeben — deshalb klingt vieles fremdartig. Tilia platyphyllos flower extract ist nichts anderes als Lindenblütenextrakt. Betula alba leaf extract ist Birkenblattextrakt. Einmal entschlüsselt, wird die Liste deutlich verständlicher.
Wie lese ich die INCI-Liste richtig?
Die wichtigste Regel: Die Inhaltsstoffe stehen in absteigender Reihenfolge nach Konzentration. Was als Erstes genannt wird, ist am meisten im Produkt enthalten. Was am Ende steht, macht häufig weniger als 1 % des Produkts aus — und kann in beliebiger Reihenfolge aufgeführt werden.
- Aqua steht fast immer an erster Stelle - Wasser ist die häufigste Basis in flüssiger Kosmetik
- Glycerin als zweiter oder dritter Inhaltsstoff ist ein gutes Zeichen — es wirkt feuchtigkeitsbindend und hautverträglich
- Duftstoffe (Parfum) am Ende der Liste bedeuten einen niedrigen Anteil — für empfindliche Haut wichtig zu wissen
- Mineralien wie Paraffinum liquidum weit vorne in der Liste sind ein Warnsignal bei Naturkosmetik-Anspruch

Diese Symbole begegnen Ihnen auf jeder Verpackung
Offener Tiegel (PAO — Period After Opening)
Das Symbol zeigt eine geöffnete Cremedose mit einer Zahl: 6M, 12M oder 24M. Es bedeutet, wie lange das Produkt nach dem Öffnen noch verwendbar ist — 6, 12 oder 24 Monate. Besonders bei natürlichen Produkten ohne synthetische Konservierungsstoffe wichtig.
Möbius-Loop (Recycling-Dreieck)
Der dreieckige Pfeilkreislauf zeigt an, dass die Verpackung recycelbar ist. Häufig steht eine Zahl im Dreieck — der Kunststoffcode (z. B. 1 = PET, 2 = HDPE). Je niedriger die Zahl, desto besser recycelbar.
Hase / Leaping Bunny
Der springende Hase steht für tierversuchsfreie Kosmetik. In der EU ist Tierversuche für Kosmetik seit 2013 verboten — das Symbol zeigt darüber hinaus, dass auch Zulieferer keine Tests durchführen.
Bio-Siegel: NATRUE, ECOCERT, BDIH, COSMOS
Diese Zertifizierungen belegen, dass ein Produkt bestimmte Naturkosmetik-Standards erfüllt: Mindestanteile natürlicher Inhaltsstoffe, Verzicht auf synthetische Duftstoffe, Mineralien und bestimmte Konservierungsstoffe. Nicht jede Naturkosmetik trägt ein Siegel — die Zertifizierung ist freiwillig und mit Kosten verbunden.
E-Symbol (griechisches e)
Das kleine „e“ neben der Füllmenge bedeutet, dass das Produkt den EU-Vorschriften für Nennfüllmengen entspricht. Kein Qualitätsmerkmal — aber Pflichtangabe.
Diese INCI-Begriffe sollten Sie kennen — und meiden
Wer bewusst einkauft, achtet auf bestimmte Inhaltsstoffe. Diese tauchen in konventioneller Kosmetik häufig auf, gelten in der Naturkosmetik als problematisch:
- Paraffinum liquidum / Petrolatum — Mineralöle, legen sich als Film auf die Haut, pflegen nicht wirklich
- Methylparaben, Propylparaben — synthetische Konservierungsstoffe, hormonähnliche Wirkung diskutiert
- Sodium Lauryl Sulfate (SLS) / Sodium Laureth Sulfate (SLES) — aggressive Schaumbildner, können Kopfhaut reizen
- Dimethicone, Cyclomethicone — Silikone, glätten künstlich, bauen sich in der Umwelt kaum ab
- Parfum ohne nähere Angabe — kann bis zu 200 verschiedene synthetische Duftstoffe enthalten
- CI-Nummern (z. B. CI 77891) — synthetische Farbstoffe, von echter Naturkosmetik gemieden
Was steckt in Magrada-Produkten bei LACARLA?
Die Magrada-Kosmetiklinie, erhältlich in der Naturkosmetik-Kollektion bei LACARLA, verzichtet konsequent auf Mineralöle, Parabene, SLS/SLES, Silikone, synthetische Farbstoffe und Formaldehyd-Abkömmlinge. Die Produkte sind vegan und nicht an Tieren getestet.
Ein Beispiel aus der Praxis: Im Magrada Lindenblüten Shampoo finden Sie in der INCI-Liste unter anderem Tilia platyphyllos flower extract (Lindenblütenextrakt) und Betula alba leaf extract (Birkenextrakt) — beides natürliche Wirkstoffe, die Sie nun beim nächsten Lesen sofort erkennen werden.
Häufige Fragen zu INCI und Kosmetikzeichen
Was bedeutet INCI bei Kosmetik?
INCI steht für International Nomenclature of Cosmetic Ingredients und ist das weltweit einheitliche System zur Benennung von Kosmetikinhaltsstoffen. Pflanzliche Inhaltsstoffe werden auf Lateinisch angegeben, synthetische auf Englisch. In der EU ist die INCI-Liste auf allen Kosmetikprodukten Pflicht.
Wie lese ich die INCI-Liste richtig?
Die Inhaltsstoffe sind in absteigender Reihenfolge nach Konzentration aufgeführt — was zuerst steht, ist am meisten enthalten. Inhaltsstoffe unter 1 % dürfen in beliebiger Reihenfolge angegeben werden. Wasser (Aqua) steht fast immer an erster Stelle.
Was bedeutet das offene Tiegel-Symbol auf Kosmetik?
Das Symbol eines geöffneten Tiegels mit einer Zahl (z. B. 12M) zeigt die Haltbarkeit nach dem Öffnen an — in diesem Fall 12 Monate. Es heißt PAO (Period After Opening) und ist vor allem bei natürlicher Kosmetik ohne synthetische Konservierungsmittel wichtig.
Woran erkenne ich echte Naturkosmetik?
Echte Naturkosmetik verzichtet auf Mineralöle (Paraffinum liquidum), Parabene, SLS/SLES, Silikone und synthetische Duftstoffe. Zertifizierungen wie NATRUE, ECOCERT, BDIH oder COSMOS belegen den Standard — sind aber freiwillig. Ein Blick in die INCI-Liste verrät mehr als jedes Versprechen auf der Vorderseite.
Was bedeutet Leaping Bunny auf Kosmetik?
Das Leaping-Bunny-Logo (springender Hase) steht für tierversuchsfreie Kosmetik — und zwar nicht nur beim Hersteller selbst, sondern auch bei allen Zulieferern. In der EU sind Tierversuche für Kosmetik seit 2013 ohnehin verboten; das Symbol geht darüber hinaus.